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Skulptur im 20. Jahrhundert – Leere als Tiefe

Published Date: 2. September 2021

Verfügbar als

€17.99

Deutsch
978-3-7543-130ß-1

Skulptur im 20. Jahrhundert

Leere als Tiefe

Die Skulptur verlässt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren narrativen Kontext. Es kommt zu einer Reduktion der Form. Nicht mehr der sie umgebende Raum ist allein wichtig. Wenn Barbara Hepworth etwa zur gleichen Zeit wie Henry Moore ein Loch in einen Stein bohrt und damit den Innen­raum einer Skulptur öffnet, ereignet sich ein Schritt in die Moderne.

Leere und Tiefe sind nur scheinbar Gegensätze. Die von Winterson erwähnten Astrophysiker, darunter Albert Ein­stein, entdeckten die Schwarzen Löcher im Raum, die alles aufsaugen, in die Tiefe reißen, was in ihre Nähe kommt. Es sind Löcher und gleichzeitig stellen sie so etwas wie eine ultimative Tiefe dar. In den hier beschrie­benen Skulpturen der Briten Barbara Hepworth und Henry More, des Basken Eduardo Chillida wird Substanz vermindert, um einen Innenraum zu schaffen, der mit der Tiefe des Unterbewussten in enig­matischer Verbindung steht. Solche Skulpturen müssen umschritten werden, leben aus der Bewegung um eine nicht materiell dargestellte Mitte: Leere, die sich als Tiefe darstellt.

Das Fragmentarische ist auch wesentlich für die Ruine, die so Teilaspekte, Details, eines ursprünglichen Ganzen betont und nun selbst zu einem Ganzen wird. Antiken Figuren begegnen wir oft als Torsi. In musealen Räumen kommt es zu neuen Begegnungen. Die Ablösung aus einem Kontext schafft neue Bedeutung.

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