Aktuell: Unterwegs - Das Leben betreffend

Haiku - das ist die kürzeste lyrische Form, sie hat sich aus dem etwas längeren Tanka entwickelt. Entstan­den sind die beiden Formen im 16. und 17. Jahrhun­dert in Japan. Anders als die europäischen Stro­phen­formen, die auf dem Wechsel der Betonung beruhen, wird hier nach Silben gezählt: ein Haiku folgt der Silbenfolge 5 – 7 – 5, ein Tanka basiert auf der Folge 5 – 7 – 5 – 7 – 7.

Haikus basieren auf dem Konkreten, und obwohl eigentlich keine bestimmte Person spricht, ist das Subjekt doch einbezogen, gibt wieder, was der Mensch in diesem Moment empfindet. Haikus sind eine besondere Art der Welt- und Existenzerfahrung. Häufig findet sich eine Zweiteilung, der im Deut­schen oft ein Bindestrich entspricht. So können Hai­kus durchaus auf den ersten Blick von Widerspruch geprägt sein.

Rilke spricht von Haikus als einer Kunst des „kurzen Erstaunens“, die den Leser, die Leserin zum Nach­denken bewegen soll. Durch die äußerste Verknap­pung der Form entsteht eine Verdichtung, die jeder und jede für sich entwickeln und auflösen muss.

Haikus gehen auf eine Situation, ein Ereignis, einen bestimmten Augenblick zurück. Und diese Momente werden in die Gegenwart gerückt, als gegen­wärtig erinnert. Das Thema in diesem Band ist dem Leben, der Erfahrung von Leben gewidmet, zu dem im en­ge­ren Sinn auch das Reisen gehört, eine spezielle Form des Unterwegsseins.

Haikus und Tankas

Cookie Consent mit Real Cookie Banner